Gruppenarbeit in Frankreich. Der Fall Renault

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Referenzen

Freyssenet M., Gruppenarbeit in Frankreich. Der Fall Renault, in Leo Kissler (Hg.), Toyotismus in Europa. Schlanke Produktion und Gruppenarbeit in der deutschen und französischen Automobilindustrie, Campus Verlag, Frankfurt/Main-New York, 1996, pp 231-251. Numerische Ausgaben : freyssenet.com, 2007, 248 Ko, ISSN 7116-0941.

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Zusammenfassung

Gruppenarbeit ist bei Renault wahrend der 70er Jahre als Versuch zur Reform der Arbeitsorganisation, insbesondere im Bereich der Montagearbeit am Band, in Erscheinung getreten. Sie war umstritten, weil sie industrielle Basisprinzipien, wie die Zerlegung der Arbeit in additive Operationen und den kontinuierlichen Produktionsfluß, in Frage stellte. Arbeitsanreicherung und die Schaffung beruflicher Aufstiegschancen für unqualifizierte Arbeiter blieben jedoch ein Anliegen des Unternehmens.

Neue Probleme haben sich mit der Automation gewisser Werkstatten, wegen des gewählten Automationsansatzes, eingestellt: kontinuierlicher Maschinenbetrieb, heterogene, repetitive, den Arbeiter nicht mehr in Vollzeit beschäftigende Aufgaben und schnelle Reparatur. Gruppenarbeit wurde damit als ein Mittel gesehen, das es ermöglichen könnte, neue Arbeitsnormen in den automatisierten Werkstattbereichen akzeptierbar zu machen sowie eine angereicherte Arbeit und eine Berufskarriere zu bieten.

Der Erfolg gewisser eingeführter Organisationsformen, der durch Sie er¬ möglichte Arbeitsplatzabbau, die Notwendigkeit, das Personal zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu mobilisieren und die Veränderung in der gewerkschaftspolitischen Allianz haben zu einem Konsens über die Gruppenar¬beit, ihrer Verbreitung in allen Werkstatten automatisiert oder nicht beigetragen. Jeder privilegierte jedoch den einen oder anderen Aspekt, das eine oder das andere Ziel. Die erarbeitete Definition und deren Umsetzung tendiert zur Beendigung anspruchsvollerer Ansätze (sei es die Animations Funktion in der Gruppe oder die Beziehung zu Instandhaltern), wie sie zu Beginn der 8Oer Jahre eingeführt worden waren. Die Kluft zwischen der offiziellen Definition und der Realität resultiert weniger aus dem langsamen Umsetzungtempo und unvermeidbaren Widerständen als aus den je nach Akteuren unterschiedlichen Inhalten, die der Gruppenarbeit zugeordnet werden. Die nicht wahrgenommene Notwendigkeit, die Kohärenz zwischen technischen, managerialen und sozialen Entscheidungen mit dieser allgemeinen Form der Arbeitsorganisation herzustellen, bildet einen zweiten Grund.

Wahrend die Gruppenarbeit für japanische Hersteller ein Mittel ist und bleibt, um das Mitmachen der Lohnabhängigen bei der Steigerung von Produktivität, Qualität und Flexibilität zu erreichen, nicht aber wie bei Volvo eine Antwort auf die sinkende Akzeptanz der Industriearbeit darstellt, stehen bei Renault andere Bemühungen im Vordergrund. Die Arbeitsanreicherung und das Angebot von Berufskarrieren für Arbeiter bleiben bei Renault zentrale Dimensionen der Entscheidung zugunsten dieser Form der Arbeitsorganisation. Allerdings haben zusätzliche Erwagungen und Zwange einen Beitrag zur Redefinition des Profils der Gruppenarbeit geleistet und dadurch das Konzept vor den Augen aller Akteure gerechtfertigt.

Die organisatorische und soziale Dynamik, die theoretisch durch die UET möglich gewesen wäre und die von einigen Direktoren erwünscht ist, wird auf eine Grenze stoßen. Käme diese Dynamik in Gang, so würde sie industrielle Basisprinzipien der "Additivität" und der Linearität" in Frage stellen als logische Konsequenz der Suche nach Primärursachen der Dysfunktionalitäten einer sequentiellen Produktion (Freyssenet 1994). Dies wurde, wie in den 70er Jahren, eine schwierige Debatte innerhalb des Unternehmens auslösen.

Plan

1. Die "Krise der Arbeit" und erste Gruppenerfahrungen in den 60er Jahren
2. Die Neubelebung der Gruppenarbeit in automatisierten Werkstätten (1979 1984)
3. Legitimierung, Diffusion und Vereinheitlichung von Formen der Gruppenarbeit beginnend in der zweiten Hälfte der 80er Jahre
4. Gründung und Verallgemeinerung der arbeitsorganisatorschen Basiseinheiten (Unités Élémentaires de Travail) zwischen 1991 und 1994
Zusammenfassung
Literatur

Schlüsselwörter

Automobilindustrie, Renault, Arbeitsbeziehung, produktionsorganisation, Toyotismus, Gruppenarbeit

Disziplinen

Wirtschaft, Verwaltung, Geschichte, Geschichte der Wissenschaften und der Techniken, Soziologie.

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Siehe auch

Websites des Kaufs oder des Auftrags in Linie der Veröffentlichung papier

http://www.campus.de/

Datum der letzten Aktualisierung der Vorstellungskarte

2007.03.04

Datum vom Setzen in Linie

2007.03.04 : Freyssenet M., « Gruppenarbeit in Frankreich Der Fall Renault », in Leo Kissler (Hg.), Toyotismus in Europa. Schlanke Produktion und Gruppenarbeit in der deutschen und französischen Automobilindustrie, Campus Verlag, Frankfurt/Main-New York, 1996, pp 231-251. Digital Ausgaben : freyssenet.com, 2007, 248 Ko, ISSN 7116-0941.

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